Archiv 2015

Wertschätzung in Berlin erfahren

Berlin/Mosbach. Die Wahrnehmung wächst, die Wertschätzung steigt:
Mehrgenerationenhäuser (MGH) gewinnen nach Ansicht von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig immer mehr Bedeutung bei der Integration ausländischer Mitbürger – das betonte die Ministerin nun am „Tag der Mehrgenerationenhäuser“, der unter dem Motto „Engagement tut gut“ in Berlin stattfand.
Die Veranstaltung bildete einen Teil der „Woche des Bürgerschaftlichen Engagements“ und fand als Vorkongress des Bürgerfestes des Bundespräsidenten statt. Die Farben des Mehrgenerationenhauses Mosbach vertrat Geschäftsführerin Michaela Neff in Berlin.
Die Arbeit der 450 Mehrgenerationenhäuser baut auf der Mitwirkung vieler ehrenamtlicher Helfer auf. Als Zeichen der Anerkennung ihrer Arbeit waren Vertreter der MGHs mit Kindern zum Bürgerfest des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue eingeladen. Die Arbeit der Mehrgenerationenhäuser soll dauerhaft gesichert werden. In einer Rahmenvereinbarung haben sich das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Länder und Kommunale Spitzenverbände erstmals zu einem gemeinsamen Engagement bekannt. (Quelle RNZ)

 


 

Einrichtungen, die die Stadt gerne unterstützt

Musikschule und Mehrgenerationenhaus Thema im Ausschuss für Bildung, Kultur, Sport und Tourismus

Mosbach.
(stm)In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur, Sport und Tourismus des
Mosbacher Gemeinderats berichtete Musikschulleiter Martin Daab über ein spannendes Musikschuljahr 2014.
Höhepunkte waren unter anderem das „MusikSpektrum“ der Ensembles, das Sinfoniekonzert der „Jungen Philharmonie“
und das Familienmusical „Mondscheinserenade“. Im Wettbewerb „Jugend musiziert“ erhielten Mosbacher Musikschüler
insgesamt 18 Preise auf allen drei Wettbewerbsebenen.
Zwei Schüler bestanden die Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule.
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrages war die statistische Beleuchtung des StrukturwandelsseitdemJahr2000:
Trotz eines Rückganges der Einwohnerzahlen im Kinder- und Jugendalter um rund 24 Prozent ist die Zahl der Belegungen
nur leicht gesunken (minus sechs Prozent). Zudem konnte die Musikschule ihren Anteil am Gesamtjahrgang um 30 Prozent
steigern. Besonders durch elementaren Musikunterricht in Kooperation mit Kindertagesstätten und Schulen erreicht die
Musikschule immer mehr Kinder.
Die Zahl der Instrumentalschüler bleibt rückläufig; weniger Kinder erlernen ein Instrument, wohl auch aus zeitlichen Gründen.
Das hat Auswirkungen auf die Struktur der Musikschule wie auch auf die Ensembles von Schulen und Vereinen.
Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde der Ausschuss über die Arbeit des Mehrgenerationenhauses Mosbach und der dort
angesiedelten Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz informiert.
Das Mehrgenerationenhaus besteht seit 2007 dank des großen ehrenamtlichen Engagements einer Privatinitiative und aufgrund
eines Projekts des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.


Anlaufstelle für Menschen mit Demenz


Die Stadt Mosbach ist bedeutender Partner und unterstützt die Einrichtung finanziell seit Beginn. Die Vereinsvorsitzende des
Mehrgenerationenhauses, Gabriele König, berichtete über das generationenübergreifende Angebot und aktuelle Projekte.
Schwerpunkt der Arbeit ist die Begegnung der Generationen auf vielerlei Weise, man sieht sich jedoch auch als Informations-
und Dienstleistungsdrehscheibe für alle Lebensbereiche.
Ein ganz besonderes Projekt ist das Bundesprogramm „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz“, womit in Mosbach eine
Anlaufstelle geschaffen werden konnte, die neben Begegnungsmöglichkeiten von Menschen mit und hne Demenz auch
Öffentlichkeits- und ufklärungsarbeit sowie Netzwerkarbeit zum Thema leistet. Jeden 1. und 3.Donnerstag im Monat treffen
sich Angehörige und Pflegende zu einem „Offenen Treff“ im Mehrgenerationenhaus Mosbach, um sich auszutauschen und
Kraft zu tanken.
Die regelmäßigen Treffen sollen dazu beitragen, besser mit der Krankheit und den daraus resultierenden Veränderungen
umgehen zu können. Oberbürgermeister Michael Jann bezeichnet das Projekt als ein „sehr wichtiges Angebot, insbesondere
auch für die Angehörigen, die sich oftmals mit der Situation alleingelassen fühlen und überfordert sind“.
Im Mehrgenerationshausfinden sie nicht nur Hilfe und Unterstützung, sondern vor allem auch ein offenes Ohr für ihre Probleme
und Sorgen. In diesem Zusammenhang lobte Jann auch im Namen des Gremiums die geleistete Arbeit und unterstrich die
Bereitschaft zur weiteren Unterstützung.

 Quelle: RNZ


 

 Pressemitteilung
„Wunsch und Wirklichkeit junger Eltern liegen zu weit auseinander“

Dr. Schlegel, MdB und Tageselternverein diskutierten im Mosbacher Mehrgenerationenhaus über Familienpolitik

Mosbach. „Wunsch und Wirklichkeit vieler Eltern klaffen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf häufig noch zu weit
auseinander. Um der historisch niedrigen Geburtenrate in Deutschland zu begegnen, müssen wir daher stärker auf die
Bedürfnisse junger Eltern eingehen“, so Dr. Dorothee Schlegel, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Odenwald-Tauber.
Michaela Neff, Geschäftsführerin des Mosbacher Mehrgenerationenhauses, begrüßte die Anwesenden:
„Das Mehrgenerationenhaus in Mosbach ist prädestiniert für diese Veranstaltung zur Familienpolitik. Denn Familienpolitik ist
Generationenpolitik, und hier werden alle Generationen zusammengebracht.“
Dr. Schlegel, Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages, ging in ihrem Vortrag
zunächst auf die aktuelle Situation junger Familien ein. So zeigen aktuelle Studien, dass sich jedes zweite Elternpaar von der
Politik mehr Unterstützung für partnerschaftliche Kinderbetreuungsmodelle wünscht.
Denn obwohl viele Väter gerne mehr Zeit für ihre Kinder hätten, sieht die Realität oft anders aus. Auf Betreiben der SPD traten im
letzten halben Jahr daher zahlreiche familienpolitische Reformen in Kraft. So wurden nicht nur Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag,
Kindergeld und Kinderzuschlag angehoben, sondern auch gezielt Alleinerziehende entlastet. Zudem haben Eltern, deren Kinder
nach dem 1. Juli 2015 geboren wurden, Anspruch auf das Elterngeld Plus. Dieses ermöglicht es, die Betreuungszeit flexibler
aufzuteilen und schon während des Elterngeldbezuges in Teilzeit zu arbeiten.
In der anschließenden Diskussion wurden Vor- und Nachteile mancher familienpolitischen Leistungen erörtert. Das Rollenbild und
das Rollenverständnis der Frau und der Familie in der Gesellschaft wurden ebenfalls diskutiert. Weitere Themen waren die
Schulverpflegung, das Bildungs- und Teilhabegesetz, die Stärkung der Grundschule und die Witwenrente. Ebenso wurde die Bedeutung
von Frauen- und Kinderschutzhäusern, gerade für ländlich geprägte Regionen, betont. Denn leider macht auch hier die physische und
psychische Gewalt gegenüber Frauen und Kindern nicht halt.
Geschäftsführerin Michaela Neff regte am Ende der Veranstaltung an, die familienpolitische Diskussionsrunde im Mehrgenerationenhaus
zu verstetigen. Diesen Vorschlag erwiderte Dr. Schlegel mit dem Angebot, gerne regelmäßig Rede und Antwort zu stehen.
„Denn gemeinsam mit Familienministerin Manuela Schwesig konnten wir zwar schon vieles für die Familien in Deutschland erreichen“,
so Dr. Schlegel abschließend, „wir sind aber noch lange nicht am Ziel. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes, gegen die
unsinnige ‚Herdprämie‘ der CSU, gibt uns neuen finanziellen Spielraum. Dieses Geld können wir dazu verwenden, noch gezielter auf die
Bedürfnisse zahlreicher Eltern einzugehen. Als erstes fällt mir dabei der der Ausbau und die qualitative Verbesserung der Kinderbetreuung,
auch der familiennahen, ein.“

 


 

Der Klostergarten etabliert sich als Lernort


Kooperation mit Lohrtalschule und Mehrgenerationenhaus – Neues Hochbeet und Blockhütte

Von Peter Lahr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                        Foto: Lahr
Graben, säen, pflanzen, pflegen, ernten – all das lässt den Klostergarten Mosbach aufblühen. Sichtbares Ergebnis
der Kooperation mit der Lohrtalschule und der „Mona-Lisa“-Gruppe des Mehrgenerationenhauses ist die Blockhütte.

Mosbach. Zur Begrüßung im Klostergarten im Lohrtalweg gibt es eine Portion Maulbeeren – frisch vom Baum. „Am
besten schmecken sie, wenn sie in die Hand reinfallen“, erklärt Heilpraktikerin Hedwig Kempf. Sie ist zusammen mit
der Mosbacher Apothekerin Dr. Andrea Schunk so etwas wie ein guter Geist der Anlage.
Mittlerweile gut etabliert hat sich aber auch die Kooperation mit der Lohrtalschule sowie der „Mona Lisa“-Gruppe
des Mehrgenerationenhauses. Ein sichtbares Ergebnis dieser Zusammenarbeit steht etwas abseits hinter Hecken:
eine Blockhütte aus Holz. „Die haben wir mit dem Erlös von den Marktständen und mit Spenden finanzieren können
berichtet Kristina Taschetta von „Mona Lisa“. Der Aufbau gestaltete sich allerdings etwas schwierig: „Beim Anlegen
des Fundaments gingen zwei Spaten zu Bruch“, erinnern sich die Helfer. Aber dann halfen einige Bauarbeiter weiter.
Für die Lohrtalschule ist der Klostergarten mittlerweile ein fester Lernort geworden. So übernahmen die Werkre-
alschüler den Aufbau der Hütte im Rahmen ihrer Projektprüfung. Die Mädchengruppe beschäftigte sich parallel
dazu ganz praktisch mit dem Heilwissen der Hildegard von Bingen.
Gut, dass im Lehrplan der achten Klasse die Anlage eines Gartenbeets steht. So tauschen die Schüler immer wieder das
Klassenzimmer gegen den Klostergarten ein. Die „Mona Lisa“-Frauen kennen einige der Schüler schon von der Haus-
aufgabenbetreuung. Bei den Schuleinsätzen unterstützen sie die Jungen mit Rat und Tat. „Es kommen auch drei Män-
ner“, sagt Kristina Taschetta – und will damit „Nachahmer“ motivieren.
Mit dem Bau der Hütte ist es aber noch nicht getan. Damit vier gespendete Regenfässer ihre Bestimmung erfüllen kön-
nen, plant man bereits eine Regenrinne. Benötigt werden auch weiterhin Gartengeräte wie Handschuhe, Eimer, Hacken
und Spaten, Aussaaterde, Kisten oder Pflanzentöpfchen.
„Mittendrin“ ist man derzeit bei der neuen Beet-Beschriftung. Nach der Pflanzenliste von Hedwig Kempf und Andrea Schunk
haben die „Internetlotsen“ des Mehrgenerationenhauses die Druckvorlagen erstellt. Jetzt müssen die Schilder noch an die
Halterungen genietet werden. „Noch dieses Jahr soll die Beschriftung komplett werden“, hofft Hedwig Kempf.
„Hier hatten wir versucht, ein Beet zu säen. Aber nur das Bilsenkraut ist aufgegangen“, bemerkt die Pflanzenexpertin beim
Gang durch den Garten. „Ein weiteres Problem ist auch das Gießen.“
Bei der Aussaat der Färbepflanzen erzielte die Außenklasse unterschiedliche Erfolge. „Echtgelungen“ seien dieses Jahr
aber die Kürbisse und die Zucchini. Hier stehe eine reiche Ernte bevor. Auch bei den holzgefassten Hochbeeten im unteren
Gartenbereich geht es voran. Ein komplett verfaultes Exemplar wurde bereits vom Land durch ein neues ersetzt.
Im Herbst soll ein zweites Hochbeet folgen. „Was es hier alles gibt. Ein richtiges Kleinod. Es ist schon spannend hier, findet
eine Besucherin beim Anblick von Duft- oder Mariengras. Das Hildegard-Beet hat die Hochhausener Künstlerin Isabell Riederer
provisorisch beschriftet. Mit auf Ästchen gesteckten, umfunktionierten Blumentöpfen.
Zu jeder Pflanze weiß Hedwig Kempf etwas zu sagen. Vom Muskateller-Salbei geht es zur wilden Karde und weiter zur Königskerze.
„Eine Pflanze, die ich total liebe“, erzählt die Fachfrau. Sie wirke nicht nur gegen Husten. Ihr wird auch schutzmagische Wirkung
zugeschrieben. Beim Kräuterbuschen steht die Königskerze deshalb in der Mitte, um Gewitter fern zu halten.
Manche Pflanzen finden auch ganz von selbst in den Klostergarten: Hier prangt eine Heckenrose. Dort hat sich ein Huflattich „reingesetzt“.
Die hat mein Vater in der Bienenpfeife geraucht. Ich musste ihm als Kind immer die Blätter sammeln“, erinnert sich eine Zuhörerin.

Info: Himmelfahrtsbuschen kann man
am 14. August mit Hedwig Kempf im
Klostergarten binden (von 17 bis 20
Uhr). Anmeldung unter Tel.: (0 62 62)
9 58 98. Wer die Arbeit vor Ort un-
terstützen möchte, kann seine Spen-
de, versehen mit dem Stichwort
„Klostergarten“, auf das Konto des
Mehrgenerationenhauses überweisen:
Volksbank Mosbach, Iban: DE
5167 4600 4100 2059 4705.

Quelle RNZ