Presseberichte

Hilfen für die Pflege zu Hause


AOK-Vortrag im Mehrgenerationenhaus Mosbach klärte über Unterstützungsmöglichkeiten auf


Mosbach. Zum Thema „Pflegebedürftig – was nun?“ informierte Sonja Makan, zertifizierte Pflegeberaterin der AOK
Rhein-Neckar-Odenwald, bei einem Vortragsabend im Mehrgenerationenhaus Mosbach. Zu dieser Veranstaltung der
Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz hieß Elke Menger vom Mehrgenerationenhaus willkommen.
Folgende Fragen standen beim Vortrag im Mittelpunkt: „Was tun, wenn ich den Alltag nicht mehr eigenständig
bewältigen kann? Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es, wenn Angehörige mit der Pflege überfordert sind?
Wo und wie stelle ich einen Antrag auf Pflegeleistungen? Auf welche Lebensbereiche kommt es bei einer
Pflegebegutachtung an?“ Sonja Makan erläuterte den Weg von der Antragstellung bis zur Entscheidung der
Pflegekasse und nannte die Anspruchskriterien für Leistungen aus der Pflegeversicherung wie auch die Leistungen
selbst. Zudem gab Makan Antworten auf die Fragen: Wie werden pflegende Angehörige beispielsweise unterstützt,
um die Pflege zu Hause optimal zu organisieren? Wie wird ein Pflegedienst in die Versorgung eingebunden?
Auch die Verhinderungspflege stellte die AOK-Pflegeberaterin vor, wenn die pflegenden Angehörigen ausfallen.
Natürlich ging sie auch darauf ein, wie Pflege, Familie und Beruf vereinbart werden können.
Hier führte Sonja Makan das „Pflegeunterstützungsgeld“ an, mit dem Angehörige die Möglichkeit haben, bis zu
zehn Arbeitstage zu Hause zu bleiben, um in einer akuten Situation die Pflege des Angehörigen zu organisieren.
In dieser Zeit der unbezahlten Freistellung werden die Bezüge teilweise von der Pflegekasse erstattet.
Um auf den Einzelfall eingehen zu können, wies Makan auf die Möglichkeit der individuellen Pflegeberatung bei
der AOK hin.
In Zusammenarbeit mit der Pflegeberaterin können die pflegenden Angehörigen ein ganz auf ihre persönliche
Situation abgestimmtes Unterstützungsnetz zusammenstellen. Eine zufriedene Teilnehmerin nutzte auch gleich die
Gelegenheit, einen individuellen Pflegeberatungstermin zu vereinbaren.
Das Mehrgenerationenhaus gehört ebenfalls zu den Anlaufstellen für Angehörige und Pflegende. Es bietet
beispielsweise den „Offenen Treff“ jeden ersten und dritten. Donnerstag im Monat zum gemeinsamen Austausch an.
Quelle: RNZ , Ausgabe 19. April 2018


 

„Netzwerker“ in der Pflege arbeiten zusammen

Mosbacher Mehrgenerationenhaus und AOK unterzeichneten Kooperationsvertrag

Mosbach. (frh) Schon seit 2014 finden im Mehrgenerationenhaus (MGH) Mosbach in der Alten Bergsteige 4 regelmäßig Vorträge und andere Angebote im Rahmen der „Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz“ statt. Der Trägerverein des Hauses wird dabei von der Krankenkasse AOK unterstützt. Die entstandene Zusammenarbeit sehen beide Seiten als bewährt und hielten diese nun in schriftlicher Form fest. Am Dienstagnachmittag wurde die vorerst für ein Jahr gültige Kooperationsvereinbarung im MGH unterschrieben.

„Wir sind Netzwerker und helfen uns gegenseitig“, beschrieb die Geschäftsführerin des MGH, Michaela Neff, den Ausgangspunkt der Vereinbarung. Der AOK sei man „sehr dankbar“, dass sie finanzielle Mittel für die Themenreihe bereitstellt und Referenten vermittelt. Susanne Engelhardt, Leiterin des AOK-Kundencenters Mosbach, sieht im MGH eine Plattform, um nicht zuletzt pflegenden Angehörigen aufzuzeigen, dass sie bei allem Einsatz für die Patienten auch auf die eigene Gesundheit achten müssen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Foto: RNZ 

„Es ist ein tolles, niederschwelliges Angebot“, freute sich Pflegeberaterin Sonja Makan, die auf Seiten der AOK die Kooperation betreut und auch selbst als Referentin auftritt. Gerade in Bezug zu Demenzerkrankungen sei es für Pflegende „ein Problem, dass wenig darüber gesprochen wird“, erklärte Elke Menger, die beim MGH die monatliche, bereits bis in den November durchgeplante Aktionsreihe verantwortet. Unter dem Titel „Gemeinsam sind wir nicht allein“ gehe es primär darum, diese „Tabuisierung“ aufzubrechen und „Raum zu geben“, wofür man eine solide Basis geschaffen habe.

Quelle: RNZ, Mosbacher Nachrichten, 23. März 2018, Seite 4


 

Nie mehr Sauerkraut zum Frühstück

Viele Besucher informierten sich bei Hilfsmittelausstellung für Sehbehinderte in der Alten Mälzerei

Mosbach. (nak) Das Sehen ist einer unserer wichtigsten Sinne. Wie viele Beeinträchtigungen damit einhergehen, wenn er nachlässt oder gar ganz verschwindet, war bei der Hilfsmittelausstellung des
Badischen Blinden- und Sehbehindertenvereins in Mosbachs Alter Mälzerei zu erfahren. Viele Betroffene waren gekommen, um sich über mögliche Hilfen zu informieren.
Meinrad Scheuermann von der Bezirksgruppe Neckar-Odenwald des Blinden- und Sehbehindertenvereins begrüßte unter den Gästen auch den Geschäftsführer des Vereins,
Dr. Klaus G. Wolff sowie den Landtagsabgeordneten Georg Nelius und Volker Noe vom Ehrenamtszentrum Neckar-Odenwald. Des Weiteren freute er sich, dass diverse Firmen ihre Produkte präsentierten und auch das Mehrgenerationenhaus mit seiner Beratung durch Karin Gschwind sowie den „Mona-Lisa-Damen“ vertreten war.

Dr. Klaus Wolff erklärte, dass in Mosbach nur ein kleiner Teil der Hilfsmittel zu sehen sei. Wer sich ausführlicher mit dem Thema befassen möchte oder muss, den lud er in die Geschäftsstelle des Vereins nach Mannheim ein.
„Bevor ich Herrn Scheuermann kennenlernte, dachte ich, dass es sich um ein Generationenproblem handelt. Ich kannte nur Kriegsblinde“, gab Georg Nelius in seinem Grußwort zu. Er war froh, dass es heutzutage viele Hilfsmittel für seheingeschränkte Menschengebe. „Es ist schon einiges getan worden, aber noch immer viel zu tun“, so Nelius.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meinrad Scheuermann und sowie Dr. Klaus G. Wolff vom Badischen Blinden- und Sehbehindertenverein überreichten Rosamunde Mack die Urkunde für 25 Jahre Mitgliedschaft und freuten sich mit den Ausstellern und Beratern über die gute Resonanz auf die Hilfsmittelausstellung in der Alten Mälzerei. Foto: Nadine Slaby
 

Mit welchen Schwierigkeiten Sehbehinderte zu kämpfen haben, erklärte auch Sibylle Wittekindt von der Firma SynPhon. Wer nicht mehr richtig sieht, nimmt statt der Marmelade im Zweifel das Sauerkraut aus dem Kühlschrank. Unter dem Motto „Nie mehr Sauerkraut zum Frühstück“ hat die Firma daher einen „Einkaufsfuchs“ entwickelt. Das kleine Gerät scannt Strichcodes und liest vor,
um welches Produkt es sich handelt. „Besonders wichtig ist das auch bei Medikamenten“, weiß Wittekindt.

Das Thema Lesen stand auch bei der Firma VisuSolution im Mittelpunkt. Mit Hilfe von Tablet Computern, die mit einer speziellen Software ausgestattet sind, ist es möglich, sich Bücher, Zeitungen und vieles mehr vorlesen zu lassen. Auch kann das Gerät als Lupe fungieren.
„Besonders die Mobilität ist hierbei von entscheidender Bedeutung“, weiß Sigrid Schüttler. Wie wichtig, verdeutlicht ein großer, altertümlich anmutender Apparat neben all den Tablets. „Das ist die Lesehilfe, die von der Krankenkasse bezahlt wird“, erklärt Schüttler.
Ebenfalls Sehhilfen für zu Hause, den Arbeitsplatz oder die Schule bietet Low Vision International (LVI) an. „Ich verkaufe Lebensqualität und Selbstständigkeit“, erklärte Timm Hoppe den Besuchern des Standes. Denn häufig zögen sich eingeschränkte und auf Hilfe angewiesene Menschen aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Dem wollen sowohl der Badische Blinden- und Sehbehindertenverein als auch die diversen Firmen und Berater entgegenwirken. Rehabilitationslehrerin Sabine Lütkens vom „sehwerk“ etwa schult Blinde und Seheingeschränkte im Umgang mit dem Langstock, trainiert mit ihnen beispielsweise die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und vermittelt praktische Fähigkeiten, die eine selbstständige Versorgung ermöglichen.
Welche Tricks es gibt, um bei eingeschränkter Sehfähigkeit nicht auf Hilfe angewiesen zu sein, zeigte auch Karin Gschwind an einem Tisch. Teepackungen ließen sich beispielsweise mit Klebebuchstaben markieren. „Kontrastreiches Geschirr ist auch immer hilfreich, da es besser wahrgenommen wird“, erklärte sie Besuchern.
Eine besondere Auszeichnung konnten Meinrad Scheuermann und Dr. Klaus G. Wolff am Mittag bei der Mitgliederversammlung noch an Rosamunde Mack überreichen. Sie wurde für 25 Jahre Mitgliedschaft im Blinden und Sehbehindertenverein geehrt.
Quelle: RNZ, Ausgabe 26.03.2018