PM Mehrgenerationenhaus / Allianz Alpha

05. Juli 2021  

 

 

Lernbegleiterin Ursula Karl vom Lerncafé über gibt die neuen Werbematerialien an Susanne Engelhardt, Leiterin der AOK

Bildrechte: MGH 

 

Das Lerncafé öffnet wieder

Besser Lesen und Schreiben lernen war während der Corona-Pandemie nur eingeschränkt möglich. Jetzt startet Ursula Karl mit ihrem Team wieder durch und freut sich auf alte und neue Lernende.

Mosbach. Nach den Erleichterungen für persönliche Kontakte kann auch das Lerncafé unter Einhaltung der jeweils aktuellen Hygienevorschriften wieder seine Pforten öffnen. Im Lerncafé geht es darum, Menschen mit Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben kostenlos zu unterstützen und die Grundbildung auszubauen oder gar zu ermöglichen.

Das Projekt ist durch die Allianz Alpha finanziert und wird über das Mehrgenerationenhaus Mosbach e.V. organisiert. Gemeinsam mit den Bündnispartnern, wie beispielsweise der AOK, hat sich ein Netz entwickelt, in dem man sich gegenseitig die „Bälle zuspielt“.

Die Bündnispartner sind breitgefächert: vom Arbeitsamt & Jobcenter über die Diakonie, über städtische Institutionen wie die Mediathek und die Stadt Mosbach selbst, den Neckar-Odenwald-Kreis und die vhs in Mosbach.

Hat jemand Probleme damit, Formulare auszufüllen oder tut sich schwer mit dem Lesen, dann geben die Bündnispartner Tipps, Hilfestellungen und Informationen rund zum Thema. Die Bündnispartner schulen über das MGH ihre Mitarbeiter, um zum einen Kenntnisse zur Problematik zu erhalten und zum anderen um dieses Tabu-besetzte Thema einfühlsam anzusprechen.

„Nachdem wir jetzt wieder mehr Kontaktmöglichkeiten haben werden“, so die Lernbegleiterin Ursula Karl, „freue ich mich auf meine Lernenden – alte wie Neuzugänge. Es war sehr beschwerlich für die Lernenden in der Distanz, alleine auf sich selbst gestellt und weitgehend ohne unmittelbare Begleitung, zu lernen. Das geht nicht nur den Schulkindern so.“

Umso mehr freut sich die engagierte Lernbegleiterin Ursula Karl, als sie mit neuen Werbematerialien mit flotten Sprüchen und peppigen Testfragen die Bündnispartner besuchen kann, um den Startschuss zur Wiedereröffnung des Lerncafés und der anderen damit verwandten Projekte wie „Mama spricht Deutsch“ und der „Formularhilfe“ zu übergeben.

 

Möchten Sie besser Lesen und Schreiben lernen oder kennen Sie jemanden, dem Sie helfen möchten? Dann melden Sie sich im Mehrgenerationenhaus Mosbach unter Tel. 06261/674 4010 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! für eine unverbindliche Anfrage oder ein Erstgespräch.

Wer das Projekt genauer kennenlernen möchte, kann sich hier auf der Seite unter der Rubrik „Lerncafé" ein Videoclip ansehen.

 

 

Lerncafé trotz(t) Corona

Mosbach. Eigentlich lebt ein Mehrgenerationenhaus von Begegnungen. Doch mit Corona und seinen grundlegenden Einschnitten hat niemand auch nur im Entferntesten gerechnet. „Deshalb ist es wichtig, dass wir unseren Alltag mit Corona so weit umorganisieren und anpassen, dass wir sicher miteinander umgehen können,“ sagt Michaela Neff (Geschäftsführerin des Mehrgenerationenhauses). Das Mehrgenerationenhaus ist nach wie vor Ansprechpartner, wenn es um Begegnungen, Beratungen und menschlichem Miteinander geht.

Zum Beispiel hat das Mehrgenerationenhaus ein Hygienekonzept erarbeitet, das es ermöglicht, die Räumlichkeiten unter Hygieneauflagen zu nutzen. „Natürlich ist das nicht im gewohnten Umfang möglich,“ so Michaela Neff weiter, „aber wir suchen unbürokratisch nach Lösungen, um unsere Projekte weiterzuführen – wenn auch unter anderen Vorzeichen.“ Ein gutes Beispiel hierfür ist das Lerncafé. Es ist ein Offener Treff, zu dem jeder kommen kann, der gerne Lesen und Schreiben lernen oder gerne seine Lese- und Schreibkenntnisse verbessern möchte. Das Angebot ist kostenlos und wird – nach telefonischer Anmeldung und einem Beratungstermin – in zu 1:1-Betreuung durchgeführt. Jeder Lernende bekommt einen festen Ansprechpartner, der ihn unterstützt. Dabei geht es sowohl um die Motivation als auch den Umgang mit dem vhs-Lernportal, mit dem der Lernende individuell lernen kann. Ohne Leistungsdruck und im eigenen Tempo, mit Fehlern oder fehlerfrei lassen sich hier Buchstaben oder im fortgeschrittenen Level ganze Wörter und Sätze lernen – jeder nach persönlichem Stand und Wissen.

„Auch wenn es beim ersten Mal nicht gleich klappt, ist das nicht schlimm,“ berichtet die Fachkraft Ursula Karl aus der Praxis. Sie leitet das Lerncafé und ist mit ihrem Team aus ehrenamtlichen Helfern flexibel, wenn es um die Zeiten und das erforderliche Lernmaterial geht.

Wenn es einmal hakt und der Lernende ungeduldig wird, dann hilft und ermuntert sie mit einem netten Wort, einem Lächeln oder ändert den Lernstil. „Lernen ist individuell – das hängt nicht nur von der Tagesform ab. Man darf nicht vergessen, dass jeder Lernende das teilweise zusätzlich zu seinem Berufsleben auf sich nimmt. Zum Lernen braucht man Geduld und eben manchmal auch ein süßes Stückchen zwischendurch,“ sagt Ursula Karl lachend.

Den neuen Spuckschutz aus Plexiglas und alle anderen Vorgaben durch Corona findet sie nicht so störend: „Man kann auch damit leben und schließlich dient es dem Schutz,“ sagt sie und weist auf die Sprühflasche mit Oberflächendesinfektionsmittel. Da momentan einige ehrenamtliche Mitarbeiter im Projekt ausfallen, weil sie zur Zielgruppe der besonders gefährdeten Menschen gehören, sucht das Mehrgenerationenhaus auch Verstärkung an ehrenamtlichen Mitarbeitern, die das Lerncafé ehrenamtlich unter Anleitung von Ursula Karl begleiten.

Wenn Sie Interesse am kostenlosen Lerncafé haben oder jemanden kennen, der etwas für seine Schreib- und Lesefähigkeiten tun will, dann melden Sie sich einfach telefonisch unter 06261/6744010 beim Mehrgenerationenhaus (MGH) und lassen sich beraten! Ursula Karl mit ihrem Team freut sich auf einen Anruf von Ihnen!

Öffnungszeiten des Lerncafés sind jeden Mittwoch von 10-12 Uhr und zusätzlich 1. & 3. Montag im Monat von 17-19 Uhr. Bitte melden Sie sich vorher telefonisch an und bringen Sie bitte eine Mund-Nasen-Abdeckung mit.

 


 

Artikel vom 24.12.2019

Vom Brandschutz-Erziehungskoffer bis zum Räucherofen


 

Mosca-Projektwettbewerb:
Mehrgenerationenhaus Mosbach erhält 1000 Euro für Lerncafé

Alle Jahre wieder unterstützt die Mosca GmbH im Rahmen ihres Projektwettbewerbs besonders kreative und integrative Projekte in Waldbrunn und Umgebung. Schulen, Vereine und Kindergärten/-krippen haben dabei die Möglichkeit, sich mit ihren Projektideen um finanzielle Unterstützung durch das Unternehmen zu bewerben. Bei der diesjährigen Spendenübergabe am 17. Dezember 2019 gingen insgesamt 9.410 Euro an zehn verschiedene Sieger-Projekte. Im Rahmen der Veranstaltung stellten die Gewinner ihre Projekte genauer vor und erläuterten, wofür sie die Spende von Mosca einsetzen werden.

 

Mit dabei war diesmal auch das Mehrgenerationenhaus Mosbach, das mit seinem Lerncafé im Rahmen seines Projektes Allianz Alpha an dem Projektwettbewerb teilgenommen hatte. Das Lerncafé im Mehrgenerationenhaus richtet sich an Menschen, die im Erwachsenenalter nicht richtig Lesen und Schreiben können. Interessierte finden hier einen Ort des Lernens, wo in entspannter Atmosphäre ohne schulischen Druck Schreib- und Lesefähigkeiten verbessert werden können. Die Spende von 1000 Euro soll für die Ausstattung des Lerncafés und Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt werden.

Die Vorsitzende des Mehrgenerationenhauses Gabriele König bedankte sich bei den Geschäftsführern Simone Mosca und Timo Mosca sehr herzlich für die großzügige Unterstützung für das Mehrgenerationenhaus Mosbach.


 

14 Prozent der Erwerbstätigen können nicht richtig lesen und schreiben...

vollständigen Artikel hier nachlesen.


 

Machen Sie den Menschen Mut

Artikel vom 10.September 2019 in der
 

 


 

Tim-Thilo Fellmer bei seinem Vortrag im Mehrgenerationenhaus Mosbach

Tim-Thilo Fellmer bei seinem Vortrag im Mehrgenerationenhaus Mosbach

Der vollständige Artikel in der Rhein-Neckar-Zeitung hier nachlesen


 

„Machen Sie den Menschen Mut“

Mitarbeiter von Behörden und Institutionen für Menschen mit Grundbildungsbedarf sensibilisiert/ Workshop im Mehrgenerationenhaus Mosbach

 

„Heute ist ein erster Schritt getan“, freute sich Yvonne Nitsche von der Technischen Akademie für berufliche Bildung, Schwäbisch Gmünd. Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Behörden und Institutionen hatten sich zu ihrem Workshop „Sensibilisierung für Menschen mit Lese- und Schreibproblemen“ im Mehrgenerationenhaus (MGH) eingefunden. Eingeladen hatte das Mehrgenerationenhaus e. V., dessen Vorsitzende Gabriele König die Teilnehmenden von Landratsamt, Stadt Mosbach, Jobcenter und AOK begrüßte. Mit seinem jüngsten Projekt„Allianz Alpha“ wolle man sich auch im MGH des Themas Grundbildung für Erwachsene annehmen.

 

Mit erstaunlichen Fakten konnte Yvonne Nitsche aufwarten. Rund 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland können nur eingeschränkt oder überhaupt nicht lesen und schreiben. Allein in Baden-Württemberg zählen eine Million Menschen zu den funktionalen Analphabeten. Sie können Buchstaben, Wörter oder einzelne Sätze lesen und schreiben, haben jedoch Mühe einen längeren Text zu verstehen. 57 Prozent von ihnen sind in Arbeit, meist jedoch in schlecht bezahlten Hilfsjobs. Betroffen sind mehr Männer als Frauen und mehr Ältere als Jüngere. Die Ursachen für mangelnde Grundbildung sind vielfältig. Oft stammen die Menschen aus bildungsfernen Elternhäusern und hatten schlechte Erfahrungen in der Schule. Mit Strategien wie „Ich habe meine Brille vergessen“ oder „Ich habe meine Hand verletzt“ versuchen sie ihr Manko zu verbergen. Verdrängen und Vermeidung angstmachender Situationen führt oft ins soziale Abseits.

 

„Hören Sie aktiv zu und bewerten Sie nichts“, riet Yvonne Nitsche den Schulungsteilnehmern in der Gesprächsführung mit den Betroffenen. Ein sensibles Ansprechen der Problematik unter vier Augen sei am geeignetsten. „Machen Sie den Menschen Mut und achten Sie auf Ihre Sprache. Diese Menschen sind nicht krank“, betonte die Referentin. So sei es besser von Grundbildung als von Analphabetismus zu sprechen. Grundbildung beziehe sich nicht nur auf Lesen und Schreiben, sondern auch beispielsweise auf Rechnen, Gesundheitsbildung oder Fähigkeiten im IT-Bereich. Wenn man den Betroffenen Angebote mache, falle ihnen oft ein Stein vom Herzen.

 

Grundbildung und Alphabetisierung für Erwachsene haben sich Bund, Länder und Partner mit der AlphaDekade auf die Fahnen geschrieben. Zahlreiche Lernangebote gibt es bereits oder sind deutschlandweit im Aufbau. Yvonne Nitsche riet dazu, Netzwerke zu bilden und mit Bündnispartnern gemeinsam vorzugehen. Genau dies ist nun auch im Neckar-Odenwald-Kreis geplant. Das Mehrgenerationenhaus Mosbach möchte mit seinem Projekt „Allianz Alpha“ einer der Wegbereiter sein für dieses Thema und Anstöße für bedarfsgerechte Grundbildungs-Angebote geben. Eine Kooperationsvereinbarung mit dem Landratsamt, der Stadt Mosbach, dem Jobcenter Neckar-Odenwald und der AOK wird Ende März unterzeichnet. Mit Tim-Thilo Fellmer konnte ein Betroffener für einen biographischen Vortrag im Mehrgenerationenhaus gewonnen werden. Am 6. April, 12 Uhr schildert er seinen Werdegang vom Analphabeten zum Kinderbuchautor.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

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